Kardamom – die „Königin der Gewürze“

Kardamom

Einst in Ostindien wegen seiner medizinischen Vorteile geschätzt, wird Kardamom heute typischerweise als Gewürz verwendet. Darüber hinaus bietet Kardamom eine Reihe von Ernährungsvorteilen, darunter essentielle Mineralien und Ballaststoffe. Kardamom ist ein Gewürz, das häufig in der indischen Küche verwendet wird. Hier findet Kardamom Anwendung in Gerichten des Nahen Ostens, in Getränken und Backwaren. Aus der Familie der Zingiberaceae (Familie der Ingwer) kommt Kardamom in einer kleinen, grünlichen Schote und hat einen starken, einzigartigen, würzig-süßen bis minzigen Geschmack. Die Schoten haben je nach Region verschiedene Farben. Die beiden Hauptsorten sind die Elettaria, auch bekannt als grüner oder echter Kardamom, und das Amom, eine schwarze, weiße oder rote Variante. Verkauft wird Kardamom in verschiedenen Formen, als ganze Schoten, als Extrat oder als Öl, welches aus den Samen der Pflanze hergestellt wird. Zusätzlich zu seiner Verwendung als Aromastoff und Konservierungsmittel in Lebensmitteln wird Kardamom in der Naturheilkunde zur Behandlung von verschiedenen Krankheiten eingesetzt.

Wo kommt Kardamom her?

Der Anbau von Kardamom ist extrem arbeitsintensiv. Die hohen Pflanzen, die auf Plantagen in Guatemala oder Indien wachsen, blühen rund neun Monate im Jahr. Jede Schote reift langsam und muss geerntet werden, wenn sie kurz vor der Reife steht. Nach der Ernte werden die Schoten gewaschen und getrocknet. Die Art der Trocknung bestimmt die endgültige Farbe. Weiß zeigt an, dass die Hülsen viele Tage in der Sonne getrocknet wurden und sie durch das Sonnenlicht gebleicht wurden. Grüne Hülsen wurden Tag und Nacht in einem beheizten Raum getrocknet. Heute wird Kardamom in Indien, Nepal, Sri Lanka, Mexiko, Thailand und Mittelamerika angebaut. Ein warmes, feuchtes Klima, lehmiger Boden mit hohem Gehalt an organischer Substanz, verteilte Niederschläge und spezielle Anbau- und Verarbeitungsmethoden machen Kardamom so einzigartig. Ganze Kardamomschoten kommen größtenteils aus Indien, während die bereits separierten Samen meistens aus Guatemala importiert werden.

Verwendung in der Küche

Kardamom schwarze Samen haben ein sehr angenehmes Aroma und Geschmack. Sie werden in der indischen Küche verwendet, um Desserts und Getränke zu würzen. Kardamomtee ist nicht nur in Indien, sondern auch in vielen anderen Ländern sehr beliebt. Das Gewürzist auch für die Küche des Mittleren Ostens und Skandinaviens unerlässlich. Kardamomkaffee oder Gahwa symbolisiert die arabische Gastfreundschaft. Kardamom würzt Hackfleisch in Norwegen und Backwaren in Schweden. Köche auf der ganzen Welt kombinieren Kardamom in ihren Speisen, zum Beispiel mit Nelken und Zimt. So verleiht Kardamom Chai-Tee seinen unverwechselbaren Geschmack.

Verwendung von Kardamom in der Medizin

Die gesundheitlichen Vorteile von Kardamom sind in der traditionellen chinesischen Medizin schon lange bekannt. Kardamom ist neben seinen heilenden Eigenschaften auch eine Quelle an Ballaststoffen, Proteinen und Eisen. Darüber hinaus ist der Gewürz ein wahrer Gesundbrunnen, denn es enthält Vitamin C, B-Komplex, Niacin, Thiamin, Riboflavin und Pyridoxin und verschiedene Mineralien wie Kalzium, Mangan, Kupfer, Kalium, Magnesium, Phosphor und Zink. Diese Mineralien sind zum sehr wichtig. Mangan spielt zum Beispiel eine Rolle in der Knochengesundheit. Eine einzige Portion Kardamom deckt bereits den gesamten täglichen Manganbedarf. Viele Menschen kennen die gesundheitlichen Vorteile des Kardamom nicht. Schon früher wurde Kardamom als natürliches Mittel gegen alle möglichen Erkrankungen eingesetzt. Die medizinische Wirkung von Kardamom beinhaltet antiseptische, antioxidative, krampflösende, verdauungsfördernde, diuretische, schleimlösende und stimulierende Eigenschaften. Kardamom ist also eine wahre Wunderwaffe gegen diverse Beschwerden.

Die umfassende Heilwirkung des Kardamom

Kardamom hat auf viele Bereiche unseres Körpers positive Auswirkungen. Dies macht das Gewürz so ideal um bei verschiedenen Beschwerden zu helfen. Bevor Kardamom gezielt für Beschwerden eingesetzt wird, sollte dies mit einem Arzt abgeklärt werden. Vor allem, wenn nebenbei noch andere Medikamente eingenommen werden. Bei leichten Beschwerden und in normalen Dosierungen kann Kardamom problemlos jeden Tag angewendet werden. Da das Gewürz so vielfältig in seiner Heilwirkung ist, kommt es in verschiedenen Gebieten zum Einsatz. Zu den wirksamen Arealen zählen unter anderem die folgenden Dinge.

Kardamom und der Magen-Darm-Trakt

Kardamom ist die ideale Lösung für eine Vielzahl von Verdauungsproblemen. Dazu gehören Verstopfung, Sodbrennen, Flatulenzen, Magenkrämpfe, Verdauungsstörungen und verschiedene Arten von Infektionen im Magen-Darm-Trakt. Um Kardamom für Verdauungsprobleme zu verwenden können die Samen pur verzehrt werden oder das Gewürz über das Essen gestreut werden. Aufgekocht ergibt sich aus den Körnern ein angenehmer Kardamomtee. Durch seinen angenehmen Geschmack mögen die meisten Menschen Kardamom, auch Kinder. Daher kann das Gewürz auch bei Bauchweh bei Kindern angewendet werden.

Kardamom für Mund – und Zahngesundheit

Das aus Kardamomsamen gewonnene Öl enthält chemische Verbindungen, die die Bakterien abtöten, die schlechten Atem und andere Infektionen verursachen. Diese Wirkung kann auch mit den Samen selbst erzielt werden. Nach einer Mahlzeit oder wann immer frischer Atem benötigt wird kann ein Kardamomsamen gekaut werden. Außerdem kann zweimal täglich Kardamontee getrunken werden oder in der täglichen Zahnhygiene der Mund mit lauwarmem Kardamomwasser ausgespült werden.

Kardamom bei Appetitlosigkeit

Kardamom stimuliert die Sekretion von Verdauungssäften, was wiederum den Appetit steigert Wer unter Appetitlosigkeit leidet kann pulverisiertes Kardamom zum Beispiel in eine Suppe geben oder einige Samen kauen. Dies wird den Appetit wieder reaktivieren. Außerdem verleiht es den Speisen einen Kick und macht so mehr Lust darauf ordentlich zu essen.

Kardamom hilft bei kardiovaskulären Erkrankungen

Kardamom kann bei einigen kardiovaskulären Erkrankungen wirksam sein. So kann das Gewürz bei Herzrasen helfen und außerdem den Rhythmus der Schläge unter Kontrolle bringen. Darüber hinaus sind die Samen des grünen Kardamoms bei Bluthochdruck wirksam. Die Anwendung hierfür sollte aber immer in Verbindung mir einem Arzt abgeklärt werden. In Experimenten konnten die Mikronährstoffe des Kardamoms, insbesondere die enthaltenen Antioxidantien, den Cholesterinspiegel im Blut wieder in den Normalbereich lenken.

Kardamom lindert entzündliche Erkrankungen

Das Gewürz hilft erfolgreich bei Infektionen. Dazu gehört unter anderem Bronchitis, Entzündung des Mundes oder Rachens, Leberentzündungen und Kopfschmerzen durch entzündliche Prozesse. Dabei kann Kardamom innerlich angewendet werden, das heißt als Tee getrunken werden oder auch als Mundspülung verwendet werden.

Die verschiedenen Kardamom-Arten im Überblick

Die Kardamompflanze kommt in verschiedenen Variationen. Die beiden Hauptvarianten sind Grüner Kardamom oder echter Kardamom (Elettaria Kardamom) und Schwarzer (oder brauner) Kardamom (Amomum costatum). Grüne Kardamomhülsen sind klein und graugrün gefärbt. Schwarze Kardamomhülsen sind braun gefärbt. Jede Schote ist mit winzigen dunkelbraunen oder schwarzen Samen gefüllt, die normalerweise gemahlen und als kulinarisches Gewürz verkauft werden. Beide Sorten haben ein starkes Aroma, wobei der schwarze Kardamom noch stärker ist als der grüne Kardamom.

Schwarzer Kardamom

Diese mehrjährige Blütepflanze produziert Samenkapseln, die oft über einer offenen Flamme getrocknet werden, was ihnen eine geröstete und würzige Würze verleiht, die sich deutlich von dem leicht süßen Geschmack des grünen Kardamoms unterscheidet. Der schwarze Kardamom ist unter anderem auch als Hügelkardamom, Großer Kardamom, Nepal-Kardamom oder brauner Kardamom bekannt. Die Amomum-Unterart ist in der östlichen Himalaya-Region beheimatet und hat Produktionszentren in Nepal und Sikkim. Andere Arten des schwarzen Kardamoms wachsen in Südchina, Somalia, Madagaskar und Kamara. Die 3 cm großen Hülsen des schwarzen Kardamoms werden im Ganzen verkauft und können so als Aromastoff in Eintöpfen aus Gemüse oder Fleisch verwendet werden. Das Saatgut kann zerkleinert oder gemahlen verwendet werden. Die Samen sollten direkt vor der Verwendung gemahlen werden, um einen maximalen Geschmack zu erzielen. Der schwarze Kardamom wird als Hauptbestandteil in der allgegenwärtigen indischen Gewürzmischung Garam Masala verwendet, zusammen mit Koriandersamen, schwarzem Pfeffer, Nelken und Zimt.

Grüner Kardamom

Grüner Kardamom ist viel weicher als die schwarze Sorte. Diese Variante ist für seinen würzig-süßen Geschmack und sein starkes Aroma bekannt ist. Die Hülsen der Kardamompflanze müssen sorgfältig getrocknet und gelagert werden, da sie nach dem Mahlen schnell an Geschmack und Geruch verlieren. Grüner Kardamom ist etwas teurer als die meisten Gewürze. Kardamom wächst in tropischen Gebieten, entweder in freier Wildbahn oder als Verkaufskultur. Die Ernte erfolgt zwischen dem Spätherbst und dem frühen Winter, kurz vor der Reife der Pflanzen. Der größte Produzent von grünem Kardamom bleibt Indien, aber aufgrund der großen Inlandsnachfrage in Indien kann nur ein Bruchteil davon exportiert werden. Es gibt verschiedene Anwendungen für grünes Kardamom, darunter medizinische und kulinarische Anwendungen. Die Pflanze hat stimulierende und karminative Eigenschaften, so dass der grüne Kardamom vorzugsweise bei Beschwerden wie Blähungen und Verdauungsstörungen eingesetzt wird.

Dosierung und Nebenwirkungen des Gewürzes

Kardamom gilt allgemein als sicher und kann kaum überdosiert werden. Grundsätzlich ist das Gewürz also nicht schädlich. Bei empfindlichen Menschen kann es allerdings zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder allergischen Reaktionen kommen. Vor allem in der Schwangerschaft sollte Kardamom nicht eingenommen werden. Wer an Gallensteinen leidet sollte dem Gewürz auch fern bleiben. Durch hohen Dosen Kardamom können Gallensteinkoliken ausgelöst werden. Da die Samen auch einen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System haben sollten Menschen mit Bluthochdruck das Gewürz nur nach Absprache mit dem Arzt einnehmen.

Kann man mit Kardamom abnehmen?

Kardamom kann tatsächlich beim Abnehmen helfen. Die Extrakte können nämlich das Verlangen nach ungesunden Speisen kontrollieren und gleichzeitig den Fettstoffwechsel anregen. Ein Nährstoff im Kardamom ist Melatonin. Dieser Stoff hilft den Verbrennungsprozess von Fetten im Körper anzukurbeln. Eine tägliche Tasse Kardamomtee unterstützt den Abnehmprozess. Die würzigen Samen sind außerdem sehr ballastoffreich. Ballaststoffe helfen bei der Gewichtskontrolle, indem sie das Sättigungsgefühl erhöhen und den Cholesterinspiegel senken. Zwei Esslöffel gemahlener Kardamom liefert 3,2 Gramm Ballaststoffe. Dies sind immerhin schon rund 10% des Tagesbedarf an Ballaststoffen. Studien zeigen das Kardamom durch die regelmäßige Einnahme die Einlagerung von Fetten in der Bauchregion vermindern kann. Dies hat positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Nebenbei verhindert das Gewürz die Einlagerung von Wasser in Körpergewebe.

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