Die Kartoffel

Kartoffel

Die Kartoffel, auch als Erdapfel, Erdbirne oder Grundbirne bekannt, gehört in die Familie der Nachtschattengewächse. Damit ist sie eine Verwandte der Nutzpflanzen, Tomaten, Paprika, Aubergine, Physalis, Tomatillo als auch der giftigen Gewächse Stechapfel und Tollkirsche.

Der Anbau der Kartoffel

Die Kartoffel zählt zu den wichtigsten Nahrungsmitteln auf der Welt. Sie wird vor allem in China, Indien und Russland gezüchtet. Doch auch Deutschland liegt in den 10 Anbaugebieten, die am meisten Kartoffeln produzieren. Somit ist ersichtlich, dass der Anbau selbst in den heimischen Gärten Europas stattfinden kann. Er ist sogar recht problemlos zu bewältigen. Die Pflanzen benötigen in erster Linie leichten bis mittelschweren Erdboden. Idealerweise wurde in diesem einige Tage vor der Pflanzung Kompost eingearbeitet. Alternativ kann die Erde auch im Vorjahr mit Mist gedüngt worden sein.

Schließlich ist die Kartoffel sehr nährstoffbedürftig. Außerdem ist diese Gemüsepflanze nicht frost resistent. Darum sollte sie nicht vor Mitte April gelegt werden und die Bodentemperatur mindestens 8°C betragen. Beim Auslegen selber ist darauf zu achten, dass die Knollen mit den Augen oder Austrieben nach oben liegen. Die Steck tiefe darf ruhig 10 cm betragen. 30 bis 40 cm wiederum sollten zwischen den Pflanzen in der Reihe liegen und 60 bis 70 cm sind für den Abstand zwischen den Reihen angebracht. Natürlich können die Kartoffeln auch enge gelegt werden. Dann werden allerdings mehr Pflanzenknollen benötigt.

Regelmäßig Unkraut entfernen

Außerdem fallen bei der Ernte die einzelnen Kartoffeln in ihrer Größe geringer aus. Wächst nach einiger Zeit das Kartoffel-grün aus dem Erdboden, können die Pflanzen ab nun alle 2 Wochen angehäufelt werden. Hierdurch wird verhindert, dass die Kartoffel Lichteinwirkungen ausgesetzt ist und grüne Knollen bekommt. Des Weiteren wird der Boden gelockert, was sich positiv auf das Wachstum auswirkt. Sobald die Pflanzen zu blühen beginnen, ist das Anhäufeln nicht mehr notwendig. Es sollte jedoch noch weiter regelmäßig das Unkraut entfernt werden. Selbstverständlich ist auch das Gießen bei Trockenheit zu vergessen. Auch wenn die Kartoffel bezüglich ihres Anbaus ein recht unproblematisches Gemüse ist, kann sie von Schädlingen und Krankheiten aufgesucht werden.

Der wohl bekannteste Schädling ist der Kartoffelkäfer. Er sucht sich gerne die ungespritzten Kartoffeln in Haus- und Kleingärten aus. Von deren Kartoffel-laub ernähren er und seine Larve sich und schädigen dabei die Pflanzen. Oft gehen sie sogar ein. Um dies zu verhindern, kann der Kartoffelkäfer frühzeitig von den Gemüsepflanzen abgelesen werden. Ebenso ist es möglich, über Nützlinge wie Vögel eine Kartoffel zu schützen. Zu viel Dünger hingegen begünstigt den Kartoffelkäfer.

Achtung vor Krankheiten

Die Kartoffel kann außerdem den Kartoffelschorf bekommen. Kartoffelschorf ist eine Pilzerkrankung. Sie sorgt für dunkle schorfige Stellen auf der Kartoffel, welche auch tiefer in das Fruchtfleisch hineinreichen. Dadurch setzt sich die spätere Haltbarkeit der einzelnen Kartoffel herab. Damit der Kartoffelschorf vermieden wird, sollte der Boden nicht zu trocken sein. Zuviel Kalk unterstützt die Krankheit ebenso. Aus diesem Grund ist es nicht empfehlenswert, das Kartoffelbeet zu kalken. Eine gute Humus Versorgung ist ausreichend.

Außerdem sind Kartoffeln oft von Viruserkrankungen betroffen. Hier gibt es eine ganze Reihe. Die bekannteste ist die Krautfäule /Braunfäule. Sie wird von einem Pilz ausgelöst, welcher sich gerade in feuchten Sommern weit ausbreitet. Bemerkbar macht sie sich durch den Befall brauner Flecken an den Blatträndern. Auf der Blattunterseite bildet sich währenddessen ein weißer Pilzüberzug. Im weiterem Verlauf werden die Blätter der Kartoffel braun-grau. Sie sterben ab. Die Stängel werden ebenso braun und knicken ab. Nun müssen die Knollen noch nicht befallen sein. Sind sie es jedoch, bekommen sie gleichermaßen graue Flecken.

Die Braunfäule

Die Kartoffel färbt sich braun, wird ungenießbar, matschig und bekommt einen unangenehmen Geruch. Befallene Kartoffelpflanzen dürfen nicht über den Kompost entsorgt werden. Schließlich könnte sich die Braunfäule / Krautfäule somit weiter ausbreiten. Besser ist es, das Kraut in die Biotonne zu geben. Deren Inhalt gelangt nämlich in eine professionelle Kompostieranlage, wo die hohen Temperaturen die Pilze absterben lassen. Jedoch kann auch etwas dafür getan werden, dass die Kartoffel gar nicht erst von der Braunfäule /Krautfäule betroffen wird. Im gewerblichen Anbau werden Fungizide eingesetzt. Im eigenen Garten kann es hilfreich sein, der Kartoffel jedes Jahr ein anderes Beet zu geben. Außerdem ist es unratsam, das Gemüse Kartoffel mit zu viel Stickstoff zu düngen. Besser ist organischer Dünger, wie Brennnessel-jauche. Zudem sollten befallene Pflanzen herausgezogen werden. Ebenso gilt es, aus diesem Bestand keine Kartoffel für eine zukünftige Saat zu verwenden.

Kartoffeln ernten und lagern

Wann die Kartoffel geerntet werden kann, ist unter anderem von ihrer Sorte abhängig. Frühkartoffeln kommen aus der Erde, sobald die Gemüsepflanzen zu blühen beginnen. Dies ist nach 90 bis 120 Tagen. Da Frühkartoffeln nicht lange haltbar sind, werden sie immer bedarfsweise geerntet. Nach 120 bis 150 Tagen, also etwa im August, ist die mittel-frühe Kartoffel dran. Späte Sorten werden hingegen erst nach 150 bis 180 Tagen geerntet. Unabhängig von Früh-, Mittel- oder Spätkartoffeln verläuft der Ernteprozess. Die Ernte sollte nämlich mit einer Grabe-gabel stattfinden, um die Knollen nicht zu verletzen. Außerdem müssen alle- auch die kleinste Kartoffel – ausgegraben werden. Über gebliebenes Gemüse kann ansonsten nämlich im Folgejahr neue Pflanzen bilden.

Damit fällt das Jäten schwerer und stört andere Kulturen. Bei einem erneuten Kartoffelanbau auf dem gleichen Feld, erhöht sich zudem das Krankheitsrisiko für die Kartoffel. Auch das Verfahren nach der Ernte, die Lagerung, verläuft bei allen drei Typen ähnlich. Kartoffeln können für wenige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden, wenn ein baldiger Verzehr vorgesehen ist. Anderenfalls gehört die Kartoffel in eine Kartoffelstiege und in einen kühlen Kellerraum. Der Bestand muss regelmäßig durchgesehen und faulende Knollen entfernt werden. Generell gilt, dass eine frühe Sorte der Kartoffel bald verbraucht sein sollte. Mittel- oder Spätkartoffeln können gegebenenfalls über den ganzen Winter gelagert werden.

Was beinhaltet die Kartoffel?

Die Kartoffel wird von vielem Menschen als Dickmacher angesehen. Der Weile besitzt dieses Gemüse nur einen geringen Anteil an Kalorien. Lediglich fetthaltige Zubereitungsweisen in Form von Pommes Frites oder Kroketten können das menschliche Körpergewicht ansteigen lassen. Damit ist auch gleich eingeläutet, dass die Kartoffel vor allem in der Küche ihre Verwendung findet. Dort wird sie gegart, und ohne Schale als Pellkartoffel zu Kräuterquark, Salzkartoffel, Kartoffelsuppe, Kartoffelpüree, Kartoffelrösti, Kartoffelklöße, Kartoffelgratin, Ofenkartoffel oder Bratkartoffel weiterverarbeitet.

Wozu wird sie verwendet?

Außerdem kann die Kartoffel als Futtermittel für Tiere dienen. Ähnlich ist es mit ihrer Anwendung in der Volksmedizin. Der hier verwendete Kartoffelsaft soll besonders bei Magenbeschwerden, Geschwüren und äußeren Verletzungen gut sein. Dies ist kein Wunder. Denn die Kartoffel ist ein sehr gesundes Gemüse. Schließlich enthält sie viel Kalium, Eisen und Zink. Weitere Inhaltsstoffe sind Wasser, Ballaststoffe, Eiweiß, Mineralstoffe, Phosphor, Kalzium, Natrium, Magnesium, Mangan, Kupfer und Selen. Aus dem Bereich der Vitamine bereichert die Kartoffel den Körper auch mit Vitamin A, C, B1, B2, B3, B5, B6 und E.

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